Friedewald - Bad Hersfeld. Die SPD-Kreistagsliste für die Kreistagswahl 2026 steht. 

In Friedewald wählten die 57 Delegierten der SPD Hersfeld-Rotenburg ihre 90 Kandidatinnen und Kandidaten für die Kreistagsliste. Dass die SPD breit aufgestellt ist, zeigt sich bereits an den ersten 35 Kandidaturen. Hier konnte sich die junge Generation mit acht Kandidatinnen und Kandidaten erfolgreich durchsetzen. Die größte politische Jugendorganisation zeigte sich damit sehr zufrieden, wie deren Vorsitzender Malte Martach (Bad Hersfeld) in seiner Rede zum Ausdruck brachte. Weiter konnten 14 Frauen prominent unter den ersten 35 Kandidaturen platziert werden. Auch sind alle 20 Städte und Gemeinden hier vertreten. Damit zeigt die Kreis-SPD wieder einmal, dass sie flächendeckend Hersfeld-Rotenburg vertritt.

Kandidaturen aus vielen Berufen 

Nicht allein Bürgermeister und ehemalige Bürgermeister kandidieren auf der SPD-Kreistagsliste. Vielmehr reicht das Spektrum von der Verkäuferin, der EDV-Dozentin, dem Fertigungsleiter, der Technischen Assistentin, Ingenieuren, Lehrkräften, dem Stadtplaner, dem Versicherungskaufmann, der landwirtschaftlich-technischen Assistentin, dem Vermessungsingenieur, der Heilpädagogin, der Steuerberaterin, der Einzelhandelskauffrau, dem Schulleiter, dem Bäcker, dem Rettungssanitäter, der Volljuristin, der Gärtnerin über Studierende, Auszubildende sowie Rentnerinnen und Rentner bis hin zur Landtagsabgeordneten, zum Landrat und zum Ersten Kreisbeigeordneten. Angeführt wird die 90-köpfige Liste vom SPD-Vorsitzenden Torsten Warnecke (Bad Hersfeld), dem die Landtagsabgeordnete Tanja Hartdegen (Schenklengsfeld), der Erste Kreisbeigeordnete Dirk Noll (Bad Hersfeld), die AsF-Vorsitzende Olivia Stenda (Hohenroda) und der Bürgermeister Daniel Iliev (Heringen) folgen. Auf den Plätzen 6 bis 10 reihen sich die Kreistagsvorsitzende Petra Wiesenberg (Niederaula), der SPD-Fraktionsvorsitzende Manfred Fehr (Rotenburg), die Heringer Stadtverbandsvorsitzende Simone Rost, Bürgermeister Alexander Wirth (Wildeck) und Bürgermeister Timo Heusner (Philippsthal) ein.

Kommunalpolitik im Mittelpunkt – Gast aus Marburg-Biedenkopf

Schwerpunkt des Parteitages war die Gesundheitspolitik. Gastredner Jens Womelsdorf (Landrat in Marburg-Biedenkopf) wusste mit seinen Eindrücken zur Gesundheitspolitik die Delegierten für das Thema einzunehmen. Womelsdorf schilderte, dass er durch die Insolvenz eines Krankenhauses in seinem Landkreis zu eben diesem Thema gekommen ist. Wegen des vom Land festgesetzten Sicherstellungsversorgungsauftrages muss der Landkreis nunmehr Millionen Euro zur Unterstützung leisten. „Während eigentlich gesetzlich der Bund für die laufenden Kosten und die Länder für die Investitionen zuständig sind, wird die Krankenhausfinanzierung zunehmend den Kommunen aufgelastet“, so Jens Womelsdorf. Er forderte den Bund und das Land Hessen auf, der Aufgabenverteilung gerecht zu werden. Denn dauerhaft könnten die Kommunen nicht die Ersatzfinanziers für das Gesundheitswesen sein.

Präsidium: Sigrid Sauer, Dirk Noll und René Petzold im Hintergrund. Landrat Torsten Warnecke bedankt sich bei Landrat Jens Womelsdorf unter anderem mit einem Rennradbuch

SPD-Vorsitzender Torsten Warnecke unterstützte die Ausführungen Womelsdorfs nachdrücklich. Während die Kommunen mit deutlich unter 10 Prozent der Staatsverschuldung, die Länder mit gut 25 Prozent dabei sind, ist der Bund mit fast 70 Prozent der Hauptschuldner. Dabei lehnen Bundes- und Landesberufspolitiker vielerlei Couleur Steuererhöhungen strikt ab. In den gut 11.000 Kommunen Deutschlands müssen die haupt- und ehrenamtlichen Kommunalpolitiker hingegen Steuern und Abgabenerhöhungen beschließen. Hier drücken die oberen Ebenen Steuererhöhungen durch, die sie – wie der Teufel das Weihwasser – auf ihrer eigenen Ebene scheuen.

In dieses Horn stieß auch Heringens Bürgermeister Daniel Iliev, der auf die vielen Aufgaben, die Kommunen auf immer neue Vorgaben von Bund und Land zu erfüllen haben, hinwies. Das Wort Konnexität, mit dem dieser Umstand verkleistert wird, sei leider eine Worthülse. Denn einfach ausgedrückt solle es nur heißen: „Wer bestellt, bezahlt.“

Landtagsabgeordnete Tanja Hartdegen betonte, dass nicht von heute auf morgen auf Landesebene alles besser werden könne. Strukturen von einem Vierteljahrhundert CDU-Landesregierung seien nicht so leicht aufzubrechen. Aber vom Meister-BAföG über zusätzliche 100 Millionen Euro jährlich für die Krankenhausinvestitionen bis hin zu zusätzlichen 300 Millionen Euro für die Kommunen im Nachtragshaushalt – das alles, und noch viel mehr, trägt die Handschrift der SPD.

Klares Ziel der SPD ist auch weiterhin, die führende Kraft im Landkreis zu sein. Als Landkreis mit der zweitniedrigsten Arbeitslosigkeit in Hessen, täglich mehr Ein- statt Auspendlern, einem sehr guten Ausbildungs- und dualen Studienangebot sowie einem flächendeckenden Schulsystem ohne Schrottschulen ist Hersfeld-Rotenburg in Hessen ganz vorne dabei. Auch im Tourismus liegt Waldhessen auf Platz 2 unter den Landkreisen. Schließlich wird mit der gewaltigen Investition in das Operationszentrum der Klinikum Bad Hersfeld GmbH der vielfältige Gesundheitsstandort Hersfeld-Rotenburg nachdrücklich gestärkt.